Panikschloss: Panikfunktionen B, C, D und E erklärt

Panikschlösser sorgen in Gebäuden, in denen sich viele Menschen aufhalten, für eine sichere Evakuierung, beispielsweise im Falle eines Brandes. Ein Panikschloss sorgt dafür, dass sich die Tür von innen immer öffnen lässt, selbst wenn sie abgeschlossen sein sollte.

Hier erfahren Sie, was genau ein Panikschloss überhaupt ist und wann die einzelnen Panikfunktionen zum Einsatz kommen.

Was ist ein Panikschloss?

Panikschloss als Bezeichnung wirkt erstmal nicht sehr intuitiv, denn eigentlich ist das Panikschloss ein Antipanikschloss. Es spielt insbesondere im Brandfall eine große Rolle. Ein Panikschloss gewährleistet, dass sich die Innenseite der Tür jederzeit öffnen lässt, auch wenn diese von außen abgeschlossen wurde. Die Betätigung des Beschlags auf der Innenseite entriegelt demnach nicht nur die Falle, sondern auch den Riegel.

Der Hauptunterschied zwischen einem Panikschloss und einem gewöhnlichen Profilzylinderschloss besteht dementsprechend in der Funktionsweise. Das Profilzylinderschloss lässt sich nämlich nur durch einen Schlüssel öffnen, wenn es abgeschlossen wurde.

Ein Panikschloss bietet Ihnen also den Vorteil, dass die Tür sich von innen jederzeit öffnen lässt und die Tür dennoch verschlossen sein kann, um einem potentiellen Einbruch entgegenzuwirken oder im Allgemeinen Unbefugten den Zutritt zu verwehren. Beachten müssen Sie allerdings, dass der Schlüssel nicht im Schloss stecken darf, weil dies im Ernstfall die Panikschlossfunktion blockieren kann.

Hauptsächlich kommen Panikschlösser in Fluchttüren zum Einsatz. Wenn es beispielsweise zu einem Brand kommt und man das Gebäude schnell verlassen muss, gewährleistet eine Fluchttür, dass dies schnell und einfach möglich ist. Insbesondere bei großen Menschenmengen würde die Evakuierung schnell ins Stocken geraten, wenn jede Tür erst mit einem Schlüssel zu öffnen wäre.

Betätigungsstange

In Gebäuden, in denen tendenziell viele Menschen zusammen kommen, wie Kinos oder großen Sporthallen, sind die Fluchttüren nach DIN EN 1125 nicht mit einem klassischen Drücker ausgestattet, sondern mit einer Betätigungsstange, die die Evakuierung nochmals beschleunigt. Wenn es zu einem Brand kommt, geht es teilweise um jede Sekunde und auch wenn das Betätigen eines Drückers nur minimal langsamer ist als die Nutzung der Betätigungsstange, werden daraus schnell Minuten, wenn es tausende Menschen betrifft.

Welche Panikschlossfunktionen gibt es?

Es gibt insgesamt 4 verschiedene Panikfunktionen für Panikschlösser. Drei der vier Funktionen betreffen Drückergarnituren und die übrige ist für Wechselgarnituren gedacht.

Drückergarnituren

Für Drückergarnituren stehen drei unterschiedliche Panikschloss Funktionen zur Verfügung. Eine Drückergarnitur hat an beiden Seiten einen Drücker und keinen Knauf von einer der Seiten, wie es bei einer Wechselgarnitur der Fall wäre.

Panikfunktion B: Umschaltfunktion

Die Panikfunktion B bezeichnet man als Umschaltfunktion, wobei sie beidseitig über Türdrücker verfügt. Sie wird deshalb als Umschaltfunktion bezeichnet, weil sich der äußere Türdrücker in zwei Modi einstellen lässt. Wenn die Tür verriegelt ist, dann ist der äußere Türdrücker im Leerlauf und ist nicht in der Lage, die Tür zu öffnen. Er lässt sich allerdings mithilfe eines Schlüssels dauerhaft einkoppeln. In diesem Zustand lässt sich die Tür dauerhaft auch von außen öffnen. Erst wenn man die Tür wieder verriegelt, verliert der äußere Drücker die Fähigkeit des Öffnens wieder.

Hauptsächlich kommt die Panikschlossfunktion B in Büro- und Verwaltungsgebäuden als Flurtür vor.

Panikfunktion C: Schließzwangsfunktion

Die Panikfunktion C kommt bei Türen mit zwei Drückern zum Einsatz. Sie wird auch als Schließzwangsfunktion bezeichnet und funktioniert folgendermaßen:

Mithilfe der Panikfunktion lässt sich die Tür von innen immer öffnen. Von außen allerdings kann man die Tür nur mit einem Schlüssel öffnen. Das Schloss ist gezwungenermaßen dauerhaft verschlossen. Dadurch befindet sich der äußere Drücker im Leerlauf. Wenn man das Türschloss mit einem Schlüssel nun entriegelt und man so den äußeren Drücker aus dem Leerlauf bewegt, kann man anschließend die Tür öffnen. Um den Schlüssel abzuziehen, muss man die Tür jedoch wieder in ihre Ursprungsposition versetzen. Deshalb spricht man von einer Schließzwangsfunktion.

Eine solche Panikfunktion C kommt ebenfalls vor allem als Flurtür in Verwaltungs- und Bürogebäuden zum Einsatz oder für Nebeneingänge.

Panikfunktion D: Durchgangsfunktion

Bei einem Tür mit einer Panikschloss Funktion D verfügt diese über Drücker von beiden Seiten. Während der Normalfunktion lässt sich die Tür von beiden Seiten aus über den Drücker öffnen. Sollte sie verriegelt sein, so ist der Außendrücker wirkungslos, von innen lässt sich die Tür aufgrund der Panikfunktion, aber weiterhin problemlos öffnen. Erst, wenn die Tür wieder entriegelt wurde, funktioniert der Außendrücker wieder.

Diese Art von Panikfunktion kommt relativ selten zum Einsatz. Manchmal findet man sie in Nebeneingängen von Büro- oder Verwaltungsgebäuden.

Wechselgarnituren

Die Wechselgarnitur zeichnet sich dadurch aus, dass nicht von beiden Seiten der gleiche Beschlag verbaut ist. Anders als eine Drückergarnitur, verfügt die Wechselgarnitur nicht von beiden Seiten über einen Drücker. Stattdessen ist sie auf der einen Seite mit einem Knauf ausgestattet. Für solche Garnituren kommt nur die Panikschloss Funktion E infrage.

Panikfunktion E: (Trafo-)Wechselfunktion

Die Panikfunktion E kommt bei Türen zum Einsatz, die von innen mit einem Drücker und von außen mit einem Knauf ausgestattet sind. Im Normalfall ist die Tür zwar entriegelt, lässt sich von außen aber dennoch nur mit einem Schlüssel öffnen, weil sie lediglich über einen Knauf verfügt. Ist die Tür verriegelt, braucht es zur Öffnung ebenfalls einen Schlüssel. Von innen lässt sich die Tür in beiden Fällen weiterhin mithilfe des Drückers und der vorhandenen Panikfunktion öffnen.

Eingesetzt werden diese Türen meist in abgeschlossenen Bereichen mit einem definierten Personenkreis. So kommen Sie beispielsweise in Tiefgaragen, Heizungsräumen oder als Haustüren in Mehrfamilienhäusern zum Einsatz.

Panikschloss Verriegelung

Die Panikschloss Funktion kann blockieren, wenn von außen ein Schlüssel steckt. Um dies zu verhindern, müssen sie sicherstellen, dass der verwendete Schließzylinder über eine sogenannte Freilauffunktion verfügt. Diese gewährleistet, dass der Schließbart auch dann noch frei drehen kann, wenn von außen bereits ein Schlüssel steckt. Falls das Panikschloss nicht über eine solche Funktion verfügt, darf der Schlüssel nicht im Schließzylinder verbleiben, weil die Panikfunktion im Ernstfall sonst möglicherweise nicht funktioniert.

Panikschlösser im privaten Bereich

Panikschlösser kommen vor allem aufgrund von gesetzlichen Vorgaben zum Einsatz. Im privaten Bereich sind sie daher selten anzutreffen. Auch kleine gewerbliche Betriebe sind von der gesetzlichen Forderung nach Fluchttüren ausgenommen. Erst ab einer bestimmten Größe müssen Betriebe Fluchttüren mit entsprechenden Panikfunktionen einsetzen.

Selbstverständlich ist es trotzdem möglich, einen kleinen Betrieb oder sogar ein privates Gebäude mit Panikschlössern auszustatten. Für kleine Betriebe kann dies durchaus Sinn ergeben. Insbesondere, wenn diese planen, ihre Betriebsstätten in Zukunft zu erweitern. Dann können diese Betriebe Kosten sparen, weil in Zukunft kein Austausch der bestehenden Türen nötig wird.

Im privaten Bereich ergeben Fluchttüren allerdings wenig Sinn. Der Einbau ist teuer und abgeriegelte Bereiche, in denen einzelnen Panikfunktionen sinnvoll wären, gibt es selten. Den größten Mehrwert könnte eine solche Tür noch in einer Garage bringen, die von außen verriegelt sein soll, aber man dennoch immer verlassen können möchte. Für die Eingangstür des Hauses kann die Funktion ebenfalls sinnvoll sein.

FAQ

Hier noch die Beantwortung der wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Panikschlössern und Panikfunktionen von Fluchttüren.

Wie funktioniert ein Panikschloss?

Ein Panikschloss funktioniert, indem der innere Türdrücker auch immer die Verriegelung betätigen kann. Anders als bei gewöhnlichen Türen, die sich nur öffnen lassen, wenn sie entriegelt sind, kann eine Tür mit Panikfunktion jederzeit die Verriegelung der Tür lösen.

Wo sind Panikschlösser vorgeschrieben?

Für Privat- und Mehrfamilienhäuser gibt es keine Pflicht, eine Tür mit Panikschloss einzubauen. Während sie im Einfamilienhaus keinen allzu großen Nutzen spendet, wird sie für Mehrfamilienhäuser empfohlen, weil im Brandfall viele Personen, das Haus verlassen müssen. Im gewerblichen Bereich sind Flucht- und Brandtüren mit Panikfunktion ab einer gewissen Betriebsgröße vorgeschrieben.

Welche Panikschlösser gibt es?

Es gibt Panikschlösser mit vier unterschiedlichen Panikfunktionen (B, C, D und E). Die Funktionen beschreiben, wie genau der Schließmechanismus ausgestaltet ist. Dabei beziehen sie sich vor allem auf die Öffnung der Tür von außen, weil die Tür von innen immer zu öffnen ist.

Wann ist ein Panikschloss erforderlich?

Ein Panikschloss ist dann erforderlich, wenn die Tür in jedem Fall von innen geöffnet werden können muss. Das ist insbesondere bei Fluchttüren der Fall. Die beispielsweise in Büro- oder Verwaltungsgebäuden als Flurtüren zum Einsatz kommen. Wenn es zu einem Brand oder einer anderen Katastrophe kommt und viele Personen das Gebäude verlassen müssen, dann sorgt eine Panikfunktion für einen sicheren Ablauf.

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